Vor vielen Jahren lebte ein fleißiger Schreiner am Rand eines kleinen Ortes.
Er schnitze Figuren, baute Tische, machte Stühle und Schränke. Jeder der bei ihm was machen lies, war damit zufrieden. Der Schreiner gab sich große Mühe, seine Dinge so gut wie möglich zu erledigen. Und so wurde jeder Tisch, jeder Stuhl und Schrank zu einem kleinen Kunstwerk.
An einem Tag kam ein Mann zu dem Schreiner und bat ihn eine Holzpuppe für seinen Sohn zu fertigen. Aber nicht irgendeine Holzpuppe, sie soll die schönste Holzpuppe sein, die der Schreiner je gemacht hat.
Der Schreiner schmunzelte durch seine kleine Brille den Mann an und fragte wie viel Zeit er hat. Der Mann antwortete, so viel Zeit er dafür benötigt, es würde nicht eilen.
Da der Schreiner gerade nichts Besseres zu tun hatte begann er sofort mit dem Schnitzen der Puppe.
Zuerst der Körper vom Hals bis zum Bauch. Er bemühte sich so sehr wie es ihm möglich war. Denn der Schreiner liebte Kinder und deshalb machte es ihm eine große Freude es zu schnitzten.
Danach begann er mit den Beinen und den Füßen. Er arbeitete lange in die Nacht hinein, als er damit fertig war und nur noch das Gesicht fehlte, wollte er eigentlich Schluss machen.
Doch als er im Bett lag konnte er nicht schlafen. War es der Geruch vom Holz, der ihn wach hielt oder war es sein Verlagen zu wissen, wie die Puppe am Schluss aussieht. Er stand wieder auf und machte sich sofort wieder daran die Puppe weiter zu schnitzen.
Den Kopf, an diesem gab er sich besonders viel Mühe, es sollte ja nicht irgendeine Puppe mit irgendeinem Gesicht werde. Es soll die Puppe sein, mit dem Gesicht.
Stundenlang arbeitete er daran und als es fertig war griff der Schreiner zu Pinsel und Farbe, um der Puppe die Farbe ins Gesicht zu malen. Die Farbe musste genauso wie die Puppe nicht irgendeine Farbe sein. Sie war die Farbe der Farben.
Es war schon Morgen geworden, als der Schreiner fertig war. Er hatte die Puppe gefertigt. Die schönste Puppe der Welt. Sie war so schön, dass kein Mensch auf der Welt sie wegwerfen oder gar verbrennen könnte.
Der Schreiner war sehr stolz auf seine Puppe und rief dem Vater, er könne die Puppe abholen. Der Vater stand auch gleich in der Schreinerei und wollte sie abholen. Der Schreiner ging in sein Arbeitszimmer um sie zu holen, hob sie vom Drechseltisch auf und schaute ihr in die Augen. Nein er kann es nicht machen! Er kann diese wunderschöne Puppe nicht an ein Kind geben. Es könnte sie kaputt machen oder sie verdrecken. Dem Schreiner stiegen die Tränen in die Augen. Er hat das Vollkommenste erschaffen, dass es gibt, nein er kann es nicht.
Er drehte sich um und schickte den Vater fort, mit der Begründung, er habe ihr ein Bein gebrochen und müsste es reparieren. Enttäuscht drehte der Mann sich um und ging. Man sah ihn nie wieder.
Doch der Schreiner freute sich, schloss seine Schreinere ab und setzte sich zu der Puppe um sie zu bestaunen. Er tastete jeden Millimeter mit seinen Augen ab und erfreute sich immer mehr an ihr.
So ging es Tag um Tag. Der Schreiner war kaum noch auf der Straße zu sehen und wenn, dann nur um sich was zum Essen zu holen. Sonst nie. Seine Schreinerei war auch nicht mehr offen.
Er wollte nur noch mit ihr zusammen sein, mit seiner Puppe, mit der Puppe.
Jahre vergingen und der Schreiner wurde älter und schwächer.
An einem Tag nach vielen Jahren jedoch merkte der Schreiner, dass er davon besessen ist und fiel in eine tiefe Depression. Er musste die Puppe loswerden um wieder ruhe zu finden.
Also ging er los um jemanden die Puppe zu geben, denn zu wegwerfen war sie zu schade.
Doch kein Mensch wollte sie haben. Sie haben alle gesehen, was die Puppe aus dem Schreiner gemacht hat und wollten nicht genauso enden.
So verzweifelte der Schreiner noch mehr und sah keinen Ausweg.
Er ging zu einem Priester und fragt ihn, was er machen sollte. Der Priester sagte, dass er viermal Buße tun soll für all seine Sünden und so erlöst wird. Der Schreiner fragte einen Psychologen und der sagte ihm, dass die Puppe nur eine Illusion seines tiefsten Inneres sei und er damit leben soll. Geholfen, haben diese Sachen dem Schreiner aber nicht
Als an einem Tag ein junger Mann in seine Schreinerei stürzte. Er hatte von dem Schreiner Schicksal gehört und wollte ihm Helfen.
Er erklärte sich bereit die Puppe an sich zu nehmen und mit ihr an einen fernen Ort zu ziehen, wo sie kein Mensch je wieder finden könnte. Dort werde er bis zu seinem Tod auf sie aufpassen.
Als der Schreiner dies hörte, brach er in Tränen aus, umarmte und küsste den jungen Mann.
Der Junge Mann schnappte sich die Puppe und spazierte mit hoch erhobenem Kopf aus der Schreinerei. Die Leute im Ort versammelten sich an der Straße die er hinab lief und zogen ihren Hut vor ihm. Sie konnten nicht fassen, dass er diese Last für den Schreiner auf sich nahm. Doch der junge Mann grüsste freundlich und ging aus der Stadt. Das letzte was sie von ihm sahen, war sein Schatten, der langsam am Horizont verschwand.

Genau das hat Jesus auch für dich getan! Vor ca. 2000 Jahren starb er für dich am Kreuz. Er nahm damit alle Sünden auf sich ohne etwas dafür zu verlangen, genauso wie dieser junge Mann. Die Frage ist nur ob du bereit bist es zu zulassen.
Gratis bloggen bei
myblog.de